Ab April 2021 neue „rote Flächen“

Ab sofort kann sich jeder Betrieb einen Überblick über die mögliche Betroffenheit bezüglich der neu abgegrenzten  „nitratbelasteten“ Feldblöcke verschaffen:

https://sla.niedersachsen.de/landentwicklung/LEA/

Bitte setzen Sie auf der linken Seite unter dem Punkt „Ebenen“ folgende Häkchen: „Düngeverordnung“ / Unterpunkte „Düngeverordnung“, „Entwurf Neufassung NDüngGewNPVO“ und „Entwurf mit Nitrat belastete Gebiete“.

Zwischen dem 01.01.2021 und dem Inkrafttreten der Neuabgrenzung im März/April 2021 gelten alle landwirtschaftlichen Nutzflächen als rotes Gebiet, die beim Häkchen “Gebiete nach § 13a Abs 4” und “NDüngGewNPVO” – “Gebietskulisse Grundwasser” innerhalb der dann sichtbaren Gebiete gelegen sind.

Ab Inkrafttreten der Neuabgrenzung gelten “nur” noch die Feldblöcke als rote Flächen, die beim Häkchen “Entwurf Neufassung NDüngGewNPVO” – “Entwurf mit Nitrat belastete Gebiete” erkennbar sind.

Nährstoffvergleich 2020

Mit der Novellierung der Düngeverordnung vom 1. Mai 2020 ist die Pflicht zur Erstellung von Nährstoffvergleichen entfallen.
Weiterhin besteht die seit Jahren geltende sogenannte 170 N-Grenze (§6 (4) DüV), nach der im Betriebsdurchschnitt nicht mehr als 170 kg Gesamt-N je Hektar aus organischen und organisch-mineralischen Düngern ausgebracht werden dürfen.
Mit der neuen Düngeverordnung, die am 1. Mai in Kraft getreten ist, kommt folgende Änderung:

Flächen, auf denen eine Aufbringung von stickstoffhaltigen Düngern beschränkt ist (Naturschutzgebiet, Wasserschutzgebiet etc.), sind bei der Berechnung der 170 N-Grenze zu berücksichtigen. Das schließt auch die Beweidung mit Nutztieren ein. Solange eine Beweidung ohne Einschränkung zulässig ist und der Betrieb Weidetiere hält, zählt eine Grünlandfläche zu 100 Prozent bei der 170 N-Grenze mit. Ist die Beweidung eingeschränkt, bspw. „max. 1 GV/ha“, muss diese Einschränkung in kg N umgerechnet werden. Bezüglich dieser Umrechnung entspricht eine GV 80 kg N.

Um dieser Dokumentationspflicht nachzukommen, empfehlen wir unseren Mitgliedern, weiterhin den Nährstoffvergleich zu erstellen. Wie in den vergangenen Jahren bieten wir Ihnen auch weiterhin die Erstellung des Nährstoffvergleiches an. Bei Interesse senden Sie uns bitte den ausgefüllten Erfassungsbogen für den Nährstoffvergleich zu. Sie finden ihn in unserem Download-Bereich und direkt hier: Nährstoffvergleich Erfassungsbogen 2019/2020

Aufgrund der aktuellen Lage sehen wir derzeit von Beratungsterminen ab.

Bitte beachten Sie: Sie als landwirtschaftlicher Betrieb sind mit der Novellierung der Düngeverordnung verpflichtet, jede Düngungsmaßnahme innerhalb von 2 Tagen aufzuzeichnen. Diese Angabe muss schlaggenau erfolgen und Sie müssen die Art, die Menge und die Nährstoffgehalte jedes aufgebrachten Düngers dokumentieren.

Bei Fragen stehen Ihnen in unserer Ahlemer Geschäftsstelle unsere Berater zur Verfügung:
Alexander Burgdorf, 0511-400 787 17, burgdorf@lvkh.de
Dorothee Möller, 0511-400 787 28, moeller@lvkh.de

Holger Hennies neuer Präsident des Landvolks Niedersachsen

Landwirt aus Schwüblingsen setzt sich gegen Mitbewerber Ehlers durch

LPD – Mit 55 Prozent der Stimmen ist Dr. Holger Hennies zum neuen Präsidenten des Landvolks Niedersachsen gewählt worden und hat sich damit gegen seinen Mitbewerber Jörn Ehlers durchgesetzt, der für weitere drei Jahre Vizepräsident des Verbandes bleibt. Das wurde am (heutigen) Donnerstag in der Mitgliederversammlung verkündet. Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Veranstaltung mit reduzierter Teilnehmerzahl stattgefunden. Erstmals musste das Präsidium per Briefwahl bestimmt werden; die Unterlagen wurden vor Ort in Hannover ausgezählt.

Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke ist noch bis Jahresende im Amt. Neben Jörn Ehlers bleibt der Vorsitzende des Niedersächsischen Landvolks Braunschweiger Land, Ulrich Löhr, ebenfalls Vizepräsident. Als neuer Vizepräsident ist Manfred Tannen, Präsident des Landwirtschaftlichen Hauptvereins Ostfriesland, in das vierköpfige Präsidium des Landvolks gewählt worden.

„Die Landwirtschaft in Niedersachsen steht vor existenziellen Herausforderungen“, sagte Hennies anlässlich seiner Wahl zum Präsidenten des Landvolks. „Wir müssen verhindern, dass die Bäuerinnen und Bauern zwischen dem Druck des Weltmarktes und den ständig steigenden Anforderungen von Politik und Gesellschaft zerrieben werden. Dafür werde ich mich einsetzen.“

Der 50-jährige arbeitet mit vier Kollegen zusammen in einer Ackerbaubetriebsgemeinschaft mit 650 ha Fläche in Schwüblingsen im Osten der Region Hannover. Zudem betreibt er gemeinsam mit seiner Frau eine Schweinehaltung für die Direktvermarktung, nutzt sein Grünland für Pferde des Reitbetriebs und bietet einen „Lernort Bauernhof“ für Schulklassen, Kindergärten und alle Interessierten an. Der Vater von vier Kindern hat vor seinem Studium der Agrarwissenschaften eine landwirtschaftliche Lehre absolviert.

Aktuelles zum SuedLink

Wir informieren über den aktuellen Stand in Sachen Leitungsnetzausbau SuedLink :

1. Nach wie vor ist die Bundesfachplanung, also das Raumordnungsverfahren, zur Festlegung des einen Kilometer breiten Trassenkorridors in dem uns betreffenden Abschnitt B noch nicht abgeschlossen. Aufgrund einer Vielzahl von Einwendungen und verschiedener Alternativplanungen hat es bis Anfang November 2020 noch Nachbeteiligungen gegeben. Mit einer Entscheidung in der Bundesfachplanung ist frühestens im ersten Quartal 2021 zu rechnen. Unmittelbar anschließen wird sich dann das Planfeststellungsverfahren, in dem der genaue Leitungsverlauf festgelegt werden soll.

2. Wie unsererseits von Anfang an gefordert, wird TenneT nunmehr die Auswirkungen der Erdverkabelung auch in unserem Verbandsgebiet testen. Derzeit sucht das beauftragte Ingenieursbüro entsprechende Testflächen. Ziel ist es, die Auswirkungen der Erwärmung auf Sandböden bzw. auch auf schweren Böden zu erforschen. Nach unserer Kenntnis steht das Ingenieursbüro derzeit bereits im Austausch mit Landwirten, die bereit wären, Testflächen zur Verfügung zu stellen.

3. TenneT ist außerdem bereit, unsere Forderung nach strengem Bodenschutz zu erfüllen, und wir erwarten, dass Erkenntnisse aus dem Leitungsbauvorhaben Wahle-Mecklar Eingang in das Leitungsbauvorhaben SuedLink finden werden. Etwaige Schwachstellen im Bundesfachplanungskonzept sind zwingend im Planfeststellungsverfahren auszubessern. Auch ein neutrales Monitoring der Folgeschäden muss gewährleistet sein.

4. Bezüglich unserer Forderung eines fairen Nachteilsausgleichs für die vom SuedLink später betroffenen Grundstückseigentümer und die betroffenen Bewirtschafter wird es Anfang Dezember 2020 auf Bundesebene weitere Verhandlungen mit TenneT und TransnetBW geben. An diesen wird unser Vorsitzender Dr. Holger Hennies für Niedersachsen und unser Verbandsgebiet teilnehmen und dabei mit den Leitungsnetzbetreibern über Konditionen des Leitungsbaus, aber auch über mögliche Modelle eines fairen Nachteilsausgleichs verhandeln.

Da sich die gesamte Bundesfachplanung schon um mindestens ein Jahr verzögert hat, werden wir TenneT und TransnetBW weiterhin auffordern, die berechtigten Interessen der Landwirte und Flächeneigentümer noch stärker zu berücksichtigen. Auch die Politik sollte wahrnehmen, dass das 2019 beschlossene Netzausbaubeschleunigungsgesetz bisher wenig zur Befriedung und zur Beschleunigung beigetragen hat.

Sollten Sie Fragen haben, melden Sie sich gerne in unserer Geschäftsstelle Ahlem unter 0511-400 787 0.

Aktuelles aus der Agrarförderung und Düngeverordnung

1. Die Nutzung von öVF-Brachen (NC 062) zur Futtergewinnung kann ab sofort beantragt werden.
Ab sofort kann ein Antrag auf Nutzung von öVF-Brachen (062) gestellt werden. Eine Nutzung ist jedoch erst nach dem Zeitraum der Anbaudiversifizierung ab 16.07.2020 und der erteilten Genehmigung durch die LWK möglich. Weitere Informationen und den Antrag finden Sie unter https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/5/nav/19/article/34455.html , Webcode: 01035612

2. Modifikationsantrag öVF Zwischenfrucht
Bitte überprüfen Sie die Richtigkeit Ihrer Angaben zur Zwischenfrucht für die ökologische Vorrangfläche. Sollten sich Änderungen ergeben haben, denken Sie an den Modifikationsantrag. Dieser muss bis 1.10. gestellt werden. In diesem Jahr erfolgt die Änderung erstmalig in ANDI (https://sla.niedersachsen.de/andi-web/#/login). Die Funktion wird demnächst freigeschaltet.

3. Umgang mit Brachflächen
Aus der Erzeugung genommene Ackerflächen mit der Codierung 590/591 sowie Feldrandstreifen mit dem ÖVF-Code 058 dürfen vom 01.04. bis 30.06. des jeweiligen Antragsjahres nicht gemäht, gemulcht oder zerkleinert werden. Ab dem 01.07. ist das Mähen aus Sicht der Agrarförderung erlaubt, unter Berücksichtigung der Brut- und Setzzeit (01.04. bis 15.07.) allerdings erst ab dem 16.07. möglich. Die Bodenbearbeitung für die unmittelbar anschließende Aussaat einer Winterkultur ist ab dem 01.08. erlaubt. Die Aussaat einer Sommerung kann ab dem 01.01. des Folgejahres erfolgen. Anders ist dies bei Ackerflächen mit der Codierung 594/595 (einjährige bzw. mehrjährige Honigbrache). Im Zeitraum vom 01.10. bis 15.11. des Antragsjahres ist das Mähen und Zerkleinern zulässig. Bei mehrjährigen Honigbrachen darf dieses aber erst im zweiten Jahr nach Anlage erfolgen. Die einjährige Honigbrache darf ab dem 01.10. bearbeitet bzw. umgebrochen werden, wenn eine Winterung folgt. Folgt eine Sommerung, ist dieses erst ab dem 01.01. des Folgejahres erlaubt.
Bei Abschluss von Maßnahmen im Rahmen unseres Biodiversitätsprojektes mit der Region Hannover und der Stiftung Kulturlandpflege können die oben genannten Fristen abweichen, hierzu beachten Sie bitte die im Vertrag stehenden Auflagen des Bewirtschafters.

4. Herbstdüngebedarfsermittlung
Mit Inkrafttreten der novellierten Düngeverordnung am 1. Mai 2020 sind weitere einschränkende Vorgaben für die Bemessung der Herbstdüngung zu beachten. Die grundsätzlichen Vorgaben des Vorjahres bleiben bestehen. Die Sperrfrist für N-haltige Dünger auf Ackerland beginnt weiterhin mit der Ernte der letzten Hauptfrucht und endet am 31. Januar. Abweichend von diesem Grundsatz dürfen auf Ackerland, ausschließlich nach Getreidevorfrucht, Stickstoffdünger bis zum 1. Oktober zu Zwischenfrüchten, Winterraps, Feldfutter und Wintergerste ausgebracht werden. Voraussetzung ist, dass eine Aussaat der Zwischenfrüchte, des Winterrapses und des Feldfutters bis zum 15. September und die Gerstenaussaat bis zum 01. Oktober vollzogen sein muss.
Neu ist die Regelung der Anrechnung des Stickstoffs aus der Herbstdüngung zu Wintergerste oder Winterraps auf den N-Düngebedarf im folgenden Frühjahr. Hierbei ist die Menge an verfügbarem Stickstoff, die nach Ernte der letzten Hauptfrucht bis zum Ablauf des 1. Oktober zu Winterraps oder Wintergerste aufgebracht wurde, vom N-Düngebedarf im Frühjahr abzuziehen.
Ab August kann der Herbstdüngebedarf mithilfe von ENNI (https://www2.meldeprogramm-niedersachsen.de/ENNI_LWKNDS_PR/Anmeldung.xhtml) ermittelt werden.
Weitere Informationen und Beispielrechnungen zur Anrechnung von verschiedenen organischen Düngern finden Sie unter https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/96/nav/2207/article/35781.html, Webcode: 01036991

5. Dokumentation der Düngungsmaßnahmen gemäß § 10 Absatz 2 DüVo
Die Novellierung der Düngeverordnung ist seit dem 30.04.2020 in Kraft. Seitdem ist der Betriebsinhaber gemäß § 10 Absatz 2 verpflichtet, spätestens zwei Tage nach jeder Düngungsmaßnahme diese zu dokumentieren. Um dieser Pflicht nachzukommen, stellt die Düngebehörde der Landwirtschaftskammer Niedersachsen eine EXCEL-Anwendung als Arbeitshilfe zur Verfügung. Diese ist keine Pflichtanwendung. Sollte ein vorhandenes Programm z.B. Ackerschlagkartei auf dem Betrieb bereits die Vorgaben der Aufzeichnungspflicht gem. § 10 (2) DüVo erfüllen, kann dieses selbstverständlich zur Dokumentation herangezogen werden. Die Excel-Anwendung finden Sie unter https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/duengebehoerde/nav/2207/article/35715.html, Webcode: 01036923

6. Agrardiesel
Am 30.09.2020 läuft die Frist für die Steuerentlastung (Agrardieselantrag für das Verbrauchsjahr 2019) ab. Antragseingänge nach dem 30.09. führen ausnahmslos zur Ablehnung. Der Poststempel reicht nicht aus! Das Formular 1142 (vereinfachter Antrag) bzw. 1140 (bei Änderungen bezüglich Betriebsart, Personenkreis oder auch bei Fahrzeugen/Maschinen erforderlich) ist ausreichend. https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Steuern/Verbrauchsteuern/Energie/Steuerbeguenstigung/Steuerentlastung/Betriebe-Land-Forstwirtschaft/Antragsverfahren/antragsverfahren.html

Wenn Sie Fragen haben oder Unterstützung benötigen, wenden Sie sich gerne an unsere Berater!

Dorothee Möller, Montag bis Mittwoch, 0511/400787-28, moeller@lvkh.de
Alexander Burgdorf, Dienstag bis Donnerstag, 0511/400787-17, burgdorf@lvkh.de

Für mehr biologische Vielfalt: Lerchenfenster in Negenborn  

Biodiversitätsprojekt von Region, Landvolk und Stiftung Kulturlandpflege

Hannover/Wedemark. Durch ihren Gesang gelten die Feldlerchen als die Frühlingsboten schlechthin. Doch mit der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft ist der Bestand der optisch eher unauffälligen Vögel rückläufig. Für ihren Bruterfolg sind sie auf offene Stellen in Getreidefeldern angewiesen. In Negenborn unterstützt die Landwirtsfamilie Heins den „Vogel des Jahres 2019“ bei der Aufzucht des Nachwuchses und der Nahrungssuche: Auf insgesamt rund 5.000 Quadratmeter Fläche unterblieb in diesem Jahr die Aussaat.

„Die entstandenen Freiflächen im Acker, auf denen dann Wildkräuter wachsen, nutzen die Vögel als Landebahn und zur Nahrungssuche, ihr Nest haben sie im angrenzenden Bestand“, erläutert Günter Wendland, Leiter des Teams Naturschutz Ost der Region Hannover, die Funktion der so genannten „Lerchenfenster“. Die Bruthilfe in der Wedemark gehört zu einem Biodiversitätsprojekt, das die Region Hannover, das Landvolk Hannover und die Stiftung Kulturlandpflege Niedersachsen gemeinsam entwickelt haben.

„Die Situation der biologischen Vielfalt in unserer Landschaft hat sich deutlich verschlechtert, besonders stark betroffen sind Vögel und Insekten. Aber auch Grünland, Wiesen und Weiden stehen unter Druck und mit ihnen viele gefährdete Arten der Farn- und Blütenpflanzen“, sagt die Leiterin des Fachbereichs Umwelt der Region Hannover, Sonja Papenfuß: „Nur mit einem besonderen Engagement der Landwirte kann das Ziel erreicht werden, den Schutz, den Erhalt und die Pflege der Arten und Ökosysteme zu gewährleisten. Gemeinsam entwickeln wir Maßnahmen, die dem Naturschutz dienen und gleichzeitig praxistauglich und wirtschaftlich tragfähig für unsere Partner sind.“

Als Entgelt für die Leistungen der Landwirte stellt die Region Hannover in diesem Jahr 300.000 Euro zur Verfügung. Auf rund 250 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche können so eine Reihe ganz unterschiedlicher Naturschutzmaßnahmen umgesetzt werden: Neben Fenstern für Brutvögel gehören dazu auch Blühflächen mit Honigtracht – 10.000 Quadratmeter hat die Familie Heins auf ihren Flächen eingesät – oder die Extensivierung von Grünland. 150 Betriebe in der Region beteiligen sich in diesem Jahr.

Dr. Holger Hennies, Vorsitzender des Landvolks Hannover: „Die große Resonanz zeigt deutlich, dass Landwirte in unserer Region bereit sind, Vertragsnaturschutz auf Augenhöhe zu betreiben, um die Artenvielfalt in der Region Hannover zu fördern.“  Profitieren sollen dabei neben den heimischen Feldvögeln auch Insekten, Feldhamster und Hasen.

Weiterer Partner im Biodiversitätsprojekt ist die Stiftung Kulturlandpflege: Sie hat in den über 20 Jahren ihres Bestehens mehr als 200 Naturschutzprojekte in Niedersachsen koordiniert und unterstützt. Schwerpunkt ist die Entwicklung und Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen in Kooperation mit der Landwirtschaft. Da in Negenborn schon im letzten Jahr Feldlerchen zu hören waren, freut sich Björn Rohloff, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung, über die 2020 fortgesetzte Beteiligung des Betriebs der Familie Heins: „Die Brutvogelinseln wurden speziell für Feldlerchen angelegt. Es wäre toll, wenn eine Feldlerche auch in dieser Saison durch ihren Gesang die Wirksamkeit der Maßnahme bestätigen würde.“

Für Landvolk und Stiftung ist es Ziel und Herausforderung zugleich, den Vertragsnaturschutz mit der Landwirtschaft dauerhaft in der Region zu etablieren und auszubauen. Der Betrieb in Negenborn jedenfalls wäre auch im nächsten Jahr gerne wieder mit dabei. Christine Heins, Landwirtin und Tochter des Betriebsleiters Joachim Heins: „Das Biodiversitätsprogramm fördert nicht nur die Artenvielfalt, sondern zeichnet sich auch durch einen verhältnismäßig geringen bürokratischen Aufwand aus. So können Landwirte ihre Maßnahmen flexibel und kurzfristig gestalten und haben außerdem hier in der Region ihre Ansprechpartner vor Ort.“


 

„Der Niedersächsische Weg“

Der „Niedersächsische Weg“ ist eine Vereinbarung zwischen Landvolk, Landwirtschaftskammer, Landesregierung und den Umweltverbänden Nabu und BUND über Maßnahmen zum Natur-, Arten- und Gewässerschutz.

Weitere Informationen finden sich auf folgenden Seiten:

www.niedersaechsischer-weg.de (Landvolk Niedersachsen),

www.niedersachsen.de/niedersaechsischer-weg (Land Niedersachsen)

www.artenretter-niedersachsen.de (Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz)

https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/der-niedersachsische-weg-188638.html (Niedersächsisches Ministerium
für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)

 

 

 

Website für Anmeldung von Saisonarbeitern aus Osteuropa

Webseite https://saisonarbeit2020.bauernverband.de freigeschaltet

Auf dem Portal  https://saisonarbeit2020.bauernverband.de müssen landwirtschaftliche Betriebe die Registrierung und Anmeldung ihrer Saisonarbeitskräfte für die Monate April und Mai 2020 vornehmen. Dieses Portal und das mit der Bundesregierung vereinbarte Anmeldeverfahren sind ausschließlich für Betriebe der Landwirtschaft, des Garten- und Weinbaus sowie für deren Saisonarbeitskräfte vorgesehen.

Zunächst muss sich der Betrieb online auf dem Portal registrieren und kann dann seine Saisonarbeitskräfte mit konkreten Einreisedaten anmelden. Diese Daten werden der Bundespolizei für die Einreise gemeldet. Zuvor müssen die landwirtschaftlichen Betriebe selbstständig die Flüge für ihre Saisonkräfte organisieren. Unterstützung erhalten sie von den Landesbauernverbänden. Eine Zuteilung oder Quotierung von Seiten des Deutschen Bauernverbandes ist explizit nicht vorgesehen.

Entscheidend ist, dass die mit dem Robert-Koch-Institut abgestimmten Vorgaben des Bundesinnenministeriums und des Bundeslandwirtschaftsministeriums bei der Einreise und auf den Höfen eingehalten werden, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Dazu gehören unter anderem ein Gesundheitscheck der Mitarbeiterinne und Mitarbeiter bei ihrer Einreise und eine Trennung von anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den ersten 14 Tagen.

Informationen, Merkblätter und Checklisten für Betriebe sind auf dem Portal als Download hinterlegt. Ebenso Informationen für die Saisonarbeiter in den Sprachen Deutsch, Bulgarisch, Ungarisch, Russisch und Rumänisch.

Die Webseite wurde in Zusammenarbeit mit den beteiligten Ministerien und der Bundespolizei erstellt und entspricht den strengen Vorgaben der DSGVO.

Fast jede zweite Messstelle mit gravierenden Mängeln

Landvolk fordert grundlegende Überprüfung des NitratMessnetzes

L P D – Das Landvolk Niedersachsen sieht sich in seiner Kritik an dem Messstellennetz zur Beurteilung der Grundwasserqualität bestärkt. Fast jede zweite Messstelle weist gravierende Mängel auf. Dieses Ergebnis hat ein Fachgutachten des Büros Hydor Consult mit Sitz in Berlin ergeben.

„Die Ergebnisse sind aus unserer Sicht erschreckend und bestärken uns in unserer Kritik an dem bisherigen System“, fasst Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke zusammen. Das Gutachten belegt Mängel an den bautechnischen Zuständen zahlreicher Messstellen, deren gesamtes Netz wird als wenig repräsentativ eingestuft und eignet sich somit nicht zur Festlegung der sogenannten „Roten Gebiete“. „Das Landvolk fordert eine grundlegende Überprüfung der Messstellen sowie einen Neuzuschnitt des gesamten Messnetzes und daraus resultierend eine fundierte Überarbeitung der Gebietsausweisung“, fasst Schulte to Brinke die aus dem Gutachten resultierenden Forderungen des Landvolkes zusammen. „Die Ergebnisse des Fachgutachtes liefern uns gute Argumente für die Klage gegen die erneute Änderung der Düngeverordnung“, sagt Schulte to Brinke.

Das Gutachten hat 41 Grundwasserkörper hinsichtlich ihres Zuschnittes mit den zugehörigen Typflächen/Teilräumen analysiert. Es kommt zu dem Ergebnis, dass die geringe Dichte der Messstellen in den Grundwasserkörpern nicht repräsentativ ist. Die ausgewiesenen Messstellen bilden nicht die reale Landnutzung ab. Das unterirdische Fließverhalten des Grundwassers wird zudem bei der Abgrenzung der Grundwasserkörper nicht ausreichend beachtet. 648 Messstellen wurden konkret auf ihre Qualität überprüft, parallel dazu die auf Grundlage dieser Messstellen beruhende Zustandsbeschreibung der Grundwasserkörper nach EU-Recht. 190 der 648 überprüften Messstellen weisen gravierende Mängel auf, beispielsweise in den bautechnischen Anforderungen. An weiteren 194 Messstellen belegt das Gutachten noch geringe Mängel. In 264 Fällen ist die Dokumentation der Ausbaupläne der Messstellen für eine Bewertung unzureichend, deshalb sind belastbare Aussagen zur Nitratbelastung dieser Messstellen nicht möglich. Hydor hat dazu eine Vielzahl von Parametern entlang der Messstellen abgeprüft. Schließlich sieht das Fachgutachten nach einem Vergleich der Messstellennetze europäischer Nachbarländer und der Schweiz mit dem in Deutschland eine nachteilige Behandlung der deutschen Landwirte gegenüber den europäischen Kollegen.

Das von der Hydor in der Verantwortung von Dr. Stephan Hannappel erarbeitete Gutachten haben 23 Kreisverbände im Landvolk Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der Landesgeschäftsstelle in Auftrag gegeben. Es trägt den Titel „Evaluierung der Einstufung von 41 Grundwasserkörpern in den schlechten chemischen Zustand wegen Nitrat für den zweiten Bewirtschaftungsplan nach EG-WRRL in 2015 durch den NLWKN“. Die Ergebnisse wurden Umweltminister Olaf Lies und Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast bereits vorab übermittelt. Im direkten Gespräch will das Landvolk seine Kritik gegenüber den beiden Ministern sowie dem NLWKN als zuständiger Fachbehörde gern erläutern. „Wir Landwirte stehen zu unserer Verantwortung für den Gewässerschutz“, sagt Schulte to Brinke. Dazu müssten gesicherte, glaubhafte und präzise Daten vorliegen. Gerade vor der großen Bedeutung, die dem Ergebnis jeder einzelnen Messstelle bei der Festlegung der Düngeauflagen in den so genannten „roten Gebieten“ zukomme, müsse deren Aussagekraft absolut unangreifbar sein. „Die Landwirte müssen sich darauf verlassen können, dass schlechte Messstellenwerte auch valide sind“, betont der Landvolkpräsident. Dem Messnetz komme eine Schlüsselfunktion im Rahmen des Wasserschutzes zu, die daraus abgeleiteten Maßnahmen zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung der Flächen müssen daher sehr sorgfältig begründet sein.

SuedLink: Alternativen südlich Seelze (Trassenkorridor-Segmente 427 und 428)

SuedLink – Höchstspannungsleitung Brunsbüttel bis Großgartach (Vorhaben 3), Abschnitt B (Scheeßel bis Bad Gandersheim/Seesen); Bundesfachplanung, Nachbeteiligung für die ernsthaft in Betracht kommenden Alternativen (Trassenkorridor – Segmente 427 und 428) südlich Seelze aus der Beteiligungsphase 2019

Das Verfahren zur Bundesfachplanung des SuedLink ist für den Abschnitt B, der unser Verbandsgebiet betrifft, noch nicht abgeschlossen. Aus der Beteiligungsphase zur Bundesfachplanung, die im Jahr 2019 gelaufen ist, haben sich zwei aus Sicht der Bundesnetzagentur und des Vorhabenträgers ernsthafte Alternativvarianten ergeben. Es handelt sich dabei um die als solche bezeichneten Alternativen 427 und 428. Den Verlauf dieser Trassenalternativen des SuedLink entnehmen Sie bitte den folgenden beiden Kartenausschnitten:

Alternative 427

Alternative 428

Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die Alternative 427 zunächst Richtung Südwesten, Lathwehren und von dort in Richtung Südosten über Göxe und Ditterke und schließlich nördlich von Gehrden verläuft. Die Alternative 428 verläuft westlich von Almhorst zunächst in südliche Richtung gegen Göxe und verschwenkt auf Höhe Göxe in Richtung Südosten nach Ditterke und wiederum nördlich in die Gemarkung Gehrden.

Sofern Sie als Bewirtschafter bzw. Bewirtschafterin oder als Eigentümer bzw. Eigentümerin von den Alternativtrassen betroffen sein sollten, so haben Sie seit dem 09.03.2020 bis zum 08.05.2020 Gelegenheit, dagegen Einwendungen zu erheben.

Die Einwendungen sind über einen der folgenden Wege an die Bundesnetzagentur zu richten:

–      elektronisch vorzugsweise per Online-Formular

(Link unter www.netzausbau.de/beteiligung3-b)

–      schriftlich an die Bundesnetzagentur, Referat 804, Postfach 8001, 53105 Bonn (Betreff: Vorhaben 3, Abschnitt B, TKS427 und 428)

Auch werden bei der auslegenden Stelle Einwendungen zur Niederschrift angenommen. Auslegende Stellen sind die Bundesnetzagentur in Bonn (die Adresse teilen wir gerne auf Anfrage mit) oder die Stadt Seelze, Rathausplatz 1, 30926 Seelze (Mo, Di, Do 8.30 bis 12.00 und 13.30 bis 15.00, Mi 8.30 bis 12.00 und 13.30 bis 17.30, Fr 8.30 bis 12.00).

Die vollständigen Planungsunterlagen zu den beiden Alternativ-Varianten finden Sie im Internet unter

www.netzausbau.de/beteiligung3-b

Dort unter der Karteikarte „Status“.

Sofern Sie zu der Thematik Fragen haben, melden Sie sich gerne bei uns. Für Fragen und zur Vorbereitung einer Stellungnahme zu den beiden Alternativvarianten stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.