Die Niedersächsische Ackerbau- und Grünlandstrategie

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast hat Ende März 2021 die erste Ackerbau- und Grünlandstrategie veröffentlicht.
Das Ergebnis finden Sie hier zum Downlaod sowie auf den Internetseiten des Ministeriums unter
Das Strategiepapier ist das Ergebnis mehrerer Arbeitsgruppen, die sich mit der Frage beschäftigt haben, wie eine vielfältige, wirtschaftliche und ökologisch angepasste sowie nachhaltige Acker- und Grünlandnutzung im Agrarland Nummer 1 künftig aussehen kann und die dabei auch die deutlich gestiegenen gesellschaftlichen Anforderungen mitnimmt.
Beteiligung erwünscht

Sie können sich auf vielfältige Art und Weise beteiligen. Treten Sie in Kontakt mit dem Ministerium, wenn Sie Feedback geben möchten, in den verschiedenen Arbeitsgruppen mitarbeiten wollen oder auch als Demonstrationsbetrieb mit einem besonderen Schwerpunkt (z.B. vielfältige Fruchtfolgen, reduzierter Pflanzenschutzmitteleinsatz, effiziente Beregnung“, Futterleguminosenanbau) aktiv an der Umsetzung der Strategie mitwirken zu wollen. Nutzen Sie hierfür folgende E-Mail-Adresse: ackerbaugruenlandstrategie@ml.niedersachsen.de

Bienenfreundlicher Landwirt 2021

Die erfolgreiche Aktion „Bienenfreundlicher Landwirt“ unserer Initiative „Echt grün – Eure Landwirte“ geht in diesem Jahr in die dritte Runde. Wieder können sich Landwirtinnen und Landwirte, die Mitglied in unserem Kreisverband sind, mit verschiedenen Maßnahmen als „bienenfreundlich“ qualifizieren, wenn sie mindestens fünf Punkte in mindestens zwei Kategorien sammeln:

Maßnahmen

Kategorie I Maßnahmen auf der Hofstelle

  • Naturbelassene Unkrautecken (Mindestgröße 20 qm)
  • Mehrjährige Sandhaufen (Mindestgröße 10 qm)
  • Mehrjährige Feldsteinhaufen (Mindestgröße 10 qm)
  • Baumstämme, Altholz rotten lassen / abgestorbene Bäume stehen lassen
  • Staudengarten
  • Pflege einer Streuobstwiese von min. 500 qm

Kategorie II Maßnahmen auf Ackerflächen

  • Anlage mindestens zweijähriger Blühflächen ohne zwischenzeitliche bodenwendende Maßnahmen zur Größe von 500 qm
  • Einjährige Anlage von Blühstreifen und Stilllegungsflächen zur Größe von mindestens 1.000 qm
  • Pflege von Wallhecken von min. 100 m Gesamtlänge

Kategorie III Maßnahmen auf Grünland

  • Der Landwirt verpflichtet sich, 50 % seiner Feldrandstreifen und Wegerandstreifen erst nach dem Ausblühen, frühestens ab 1. August, zu mähen bzw. zu schlegeln
  • Altgrasstreifen, die in der Vegetationszeit nicht gemäht werden oder im Winter geschlegelt werden, zur Größe von mindestens 1000 qm
  • Extensives Grünland bzw. Weideflächen, welches/die höchstens einmal im Jahr gemäht wird/werden, zur Größe von mindestens 5000 qm

Kategorie IV Kooperation

  • Durchführung einer Kooperation mit einem Imker, einer Naturschutzorganisation oder einem Umweltverband

Die Verpflichtung gilt für die Laufzeit der ausgewählten Maßnahmen und ist bindend. Bei Nichterfüllung der Maßnahmen kann das Siegel „Bienenfreundlicher Landwirt“ aberkannt werden. Greening- und AUM-Maßnahmen sind nicht ausgeschlossen. Alle weiteren Details stehen im Anmeldeformular.

Teilnehmende Betriebe erhalten ein kostenloses Aktionspaket.

Weitere Informationen finden Sie hier auf dem Anmeldeformular: BFL Kooperationsblatt Hannover

NEU: Die Anmeldung ist ab sofort auch über ein Online-Formular möglich: www.eure-landwirte.de/bfl-21 

Für Rückfragen steht Ihnen Lisa Johannes unter 0511-400 787 11 oder johannes@lvkh.de gerne zur Verfügung.

„Rote Gebiete“: Neue Fachkarten zur Ausweisung „roter Gebiete“

Aktuelle Pressemitteilung des LBEG vom 01.04.2021:

„Durch die bevorstehende Neufassung der Landesdüngeverordnung (NDüngGewNPVO) werden in Niedersachsen die nitratsensiblen Gebiete, die sogenannten roten Gebiete, neu ausgewiesen. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) ist die zuständige Fachbehörde für die Emissionsbewertung.
Die landesweite Einstufung der nitratsensiblen Gebiete ist bereits seit einiger Zeit auf dem LEA-Portal des Servicezentrums Landentwicklung und Agrarförderung (SLA) einzusehen.
Die von den Gebietsausweisungen betroffenen Landwirte und weitere Interessenten wünschen sich eine genaue Darstellung der Grundlagen, die für die Bewertung herangezogen werden. „Uns haben in den vergangenen Wochen sehr viele Anfragen erreicht, welche Grundlagen zur Einstufung einzelner Feldblöcke in die Kategorie rot oder grün geführt haben“, erklärt Dr. Knut Meyer, Fachexperte des LBEG für Landwirtschaft und Bodenmonitoring. Binnen kürzester Zeit haben die LBEG-Mitarbeiter dabei eine Vielzahl von Daten ausgewertet und in neuen Themenkarten auf dem NIBIS®-Kartenserver bereitgestellt. „Mit der Veröffentlichung dieser Fachinformationen wollen wir einen Beitrag für eine transparente Nachvollziehbarkeit der Emissionsbewertung leisten“, sagt Knut Meyer.
Die insgesamt fünf neuen Themenkarten bieten folgende Fachinformationen:
· Stickstoffflächenbilanzsaldo je Feldblock
· Medianwert der Deposition je Feldblock
· Medianwert der Denitrifikation je Feldblock
· Medianwert der Sickerwasserrate je Feldblock
· Medianwert der potenziellen Nitratkonzentration je Feldblock
 
Die neuen Themenkarten sind im NIBIS®-Kartenserver zu finden unter: Landwirtschaft -> Emissionsrisiko für Nitrat gem. AVV §§ 7-9″

Die gesamte Pressemitteilung finden Sie unter: https://www.lbeg.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/das-lbeg-erweitert-sein-informationsangebot-im-nibis-r-kartenserver-neue-fachkarten-zur-ausweisung-roter-gebiete-199138.html

 

Information vom 15.03.2021: Vorstellung der neuen Kulisse der nitratsensiblen Gebiete in Niedersachsen

Am 15.03.2021 ist in Hannover die neue Kulisse der nitratsensiblen Gebiete in Niedersachsen vorgestellt worden. Nach der Überarbeitung der Verordnung umfasst die Kulisse der mit Nitrat belasteten Gebiete nun eine Fläche von etwa 24,5 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche Niedersachsens, statt 31 Prozent im ersten Entwurf. Auch für die Region Hannover bedeutet die neue Kulisse erhebliche Erleichterungen. Damit sind die wiederholt vorgetragenen Forderungen des Landvolks nach einer regionalisierten und differenzierten Betrachtung in einigen Teilgebieten der Region Hannover nach langwierigen und zähen Verhandlungen erfüllt worden. Im Laufe dieses Jahres sollen die restlichen Grundwasserteilkörper regionalisiert und die zweifelhaften Messstellen nachvollziehbar überprüft und bewertet werden. Auch die Zusatzauflagen des Landes konnten entschärft werden. Bei allen Mitgliedern, die unserem Aufruf gefolgt sind und den Ministerien ihre betriebliche Betroffenheit geschildert haben, um den Ernst der Lage zu verdeutlichen, möchten wir uns bedanken. Bitte beachten Sie: Bis zur Beschlussfassung des neuen Verordnungsentwurf durch das Kabinett, welche für April angestrebt wird, gelten die bereits bekannten Bundesrechtlichen Anforderungen gemäß §13a Abs. 2 und 3 DüV zusätzlich zu den Roten Gebieten auch in der Auffangskulisse (-20% N-Düngebedarf, Zwischenfruchtanbaugebot etc.). Die heutige Pressemitteilung der beiden Ministerien, auch mit Informationen zum weiteren Vorgehen, finden Sie unter: https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/niedersachsen-kommt-bei-der-ausweisung-der-roten-gebiete-einen-wichtigen-schritt-voran-198422.html Das Statement des Landvolk-Präsidenten Dr. Holger Hennies finden Sie hier: https://landvolk.net/lpdartikel/rote-gebiete-landvolk-begruesst-einstieg-in-die-regionalisierung/ Auf dem Portal der Landentwicklung und Agrarförderung Niedersachsen können Sie die neue Gebietskulisse auf einer interaktiven Karte anschauen: https://sla.niedersachsen.de/landentwicklung/LEA/                                   Übersicht: Veränderung der Nitratkulisse von 16.12.20 bis 05.03.21 Für Rückfragen stehen Ihnen unsere Berater gerne zur Verfügung. Melden Sie sich dazu in unserer Geschäftsstelle unter 0511-400 787 0.

Pressemitteilung der LWK: Herdenschutz: Zaunbau und Zaunmaterial zum Anfassen

In ihrer Pressemitteilung vom 05.03.2021 informiert die Landwirtschaftskammer Niedersachsen:

Dauerausstellung im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum der Landwirtschaftskammer Niedersachsen errichtet – Seminare für Nutztierhalter*innen und Auszubildende geplant

Echem – Wie Nutztierhalter*innen ihre Tiere bestmöglich vor Wolfsübergriffen schützen können, ist künftig im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum (LBZ) der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) in Echem im Kreis Lüneburg detailliert zu sehen und zu lernen.

Vor einem Jahr hat die LWK im Auftrag des Umweltministeriums die Aufgabe der Herdenschutzberatung übernommen. Nun wurde auf dem Außengelände des LBZ ein weiteres wichtiges Beratungselement fertiggestellt: eine Dauerausstellung für fachgerechten Zaunbau und wolfsabweisenden Herdenschutz.

„Acht Zaunreihen repräsentieren für die Weidetierarten Schaf, Ziege, Gehegewild, Rind und Pferde mechanisch abweisende sowie auch elektrifizierbare Zaunabschnitte“, erläutert Elke Steinbach, bei der LWK Koordinatorin für Herdenschutz. „Gezeigt werden stationäre Festzäune wie auch mobile Varianten als Netz- oder Litzenzaun.“

Alle errichteten Zaunabschnitte und Weidetore entsprechen den Vorgaben der Richtlinie Wolf. Gemäß dieser Richtlinie können alle Halter*innen kleiner Wiederkäuer und auch von Wolfsübergriffen betroffene Rinder- und Pferdehalter*innen Fördermittel als Präventivmaßnahme zur Errichtung einer wolfsabweisenden Einzäunung beantragen.

Wo bisher eine ausbruchsichere Einzäunung reichte, muss jetzt zusätzlich der wolfsabweisende Charakter eines Zaunes hergestellt werden. „Hinsichtlich Material und Aufbau wolfsabweisender Zäune gibt es auf Seiten der Weidetierhalter*innen viele Unsicherheiten und Fragen“, sagt Steinbach. „Unsere Ausstellung verschiedener Zaunvarianten für unterschiedliche Tiere dient dazu, diese Wissenslücken zu schließen und verschiedene Möglichkeiten der Aufrüstung bestehender Zäune oder Errichtung neuer Zäune aufzuzeigen.“

Einen Schwerpunkt der Ausstellung bildet das Themenfeld Erdung und Elektrifizierung von Elektrozäunen. Hierzu wird es im LBZ künftig Führungen und Seminare geben, die viele Fragestellungen rund um den wolfsabweisenden Herdenschutz abdecken.

„Wir freuen uns über die neue Demonstrations-Zaunanlage zum Herdenschutz, da sie unser Seminarangebot rund um die Weidetierhaltung komplementiert“, betont LBZ-Geschäftsführerin Martina Weber. „Wir sind nun in der Lage, unseren Lehrgangsteilnehmer*innen den Herdenschutz praktisch und im Detail zu zeigen.“

Bei Fragen rund um wolfsabweisende Zäune steht Herdenschutz-Expertin Steinbach telefonisch unter 0441 801 639 oder per Mail unter elke.steinbach@lwk-niedersachsen.de für die Einzel- oder Gruppenberatung zur Verfügung.

Schon jetzt ist die Anlage sehenswert. Sie wird in Kürze noch um eine informative Beschilderung ergänzt. Wer einen Besichtigungstermin vereinbaren möchte, wendet sich dazu an das LBZ (Telefon 04139 698 0, Mail: lbz-echem@lwk-niedersachsen.de).

Informationen zum Antrag auf Präventionsmaßnahmen finden Tierhalter*inne auf der Internetseite der LWK unter dem Webcode 01036223, die Fachleute für Förderung sind per Telefon unter 0511 3665 1209 sowie per Mail unter richtlinie-wolf@lwk-niedersachsen.de erreichbar.

Ein Zeitraffer-Video vom Aufbau der Zäune finden Sie hier:

https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/landwirtschaftskammer/nav/1095/article/37292.html